Selbsthilfegruppen COPD/ Atemwegserkrankungen für den Kreis Minden-Lübbecke und Ostwestfalen Lippe
Selbsthilfegruppen COPD/Atemwegserkrankungenfür den Kreis Minden-Lübbeckeund Ostwestfalen Lippe

Atemwegstag im Mindener Klinikum am 12. November


Ulrike Mißbach am 28.10.2014 um 00:01 Uhr
Bereiten den Atemwegstag vor: Dr. med. Dirk-Ulrich Dr. Exler , Frank Kühne und Dr. med.
Ryszard Turkiewicz. Foto: pr
Minden (mt). Wenn Helene Fischer „Atemlos“ trällert, verbindet sie damit heiße Küsse auf
der Haut. Bei Frank Kühne hat „Atemlos“ eine erschreckend andere Bedeutung. Der
Mindener leidet an COPD, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung.
2009 wurde dem heute 47-Jährigen die Krankheit, an der in Deutschland rund drei bis fünf
Millionen Menschen leiden, diagnostiziert. Damals brach eine Welt für den Mindener
zusammen. Ständig nach Luft ringend verlangsamte sich sein Leben zunehmend. Die
einfachsten Tätigkeiten wurden für ihn zur Last.
Soziale Kontakte rissen zunehmend ab und schließlich wurde er arbeitsunfähig. Hinzu kamen
psychische Nebenwirkungen. „Man sieht Betroffenen nicht an, dass sie erkrankt sind“, erklärt
Frank Kühne. Daher sei man ständig in Erklärungsnot.
Den Kopf in den Sand stecken wollte der Mindener jedoch auf gar keinen Fall. Und so
gründete er im Februar 2010 eine COPD-Selbsthilfegruppe, die sich seither an jedem vierten
Freitag im Monat in der paritätischen Begegnungsstätte an der Bismarckstraße trifft. Die
Zusammenkünfte dienen zum Erfahrungsaustausch sowie zum gegenseitigen Mut machen.
„Viele Menschen, die mit der Diagnose COPD konfrontiert werden, haben sogenannte Live
Ending Ängste“, so Kühne. „Wir versuchen für diese Leute eine Stütze zu ein.“
Im Schnitt kommen 15 bis 20 Menschen zu diesen Treffen. Insgesamt hat die
Selbsthilfegruppe etwa 60 Mitglieder. „Wir haben ein ziemlich großes Einzugsgebiet“,
berichtet der 47-Jährige. Deshalb habe es vorübergehend eine zweite Selbsthilfegruppe in
Lübbecke gegeben. Leider habe sie sich aber nicht etablieren können, bedauert Kühne.
Besucht wird die Mindener Selbsthilfegruppe auch regelmäßig von Angehörigen der COPDKranken.
„Für Familienmitglieder ist es ebenfalls eine große psychische Belastung“, weiß der
47-Jährige. Inzwischen kämen zu den Treffen so viele Angehörige, dass man überlege, eine
eigene Selbsthilfegruppe zu gründen.
Tatkräftig unterstützt werden die Betroffenen von heimischen Fachärzten. Die Ärzte im
Mindener Klinikum stellen einen direkten Kontakt zur Selbsthilfegruppe her. „Ich fahre oft zu
ersten Gesprächen direkt ins Klinikum“, so Kühne.
Darüber hinaus laden das Klinikum und die Selbsthilfegruppe jedes Jahr gemeinsam zu einem
„Atemwegstag“ ein. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Hauptthema
„Organspende.“ Die Aktion startet am Mittwoch, 12. November, ab 17 Uhr, im Hörsaal des
Johannes Wesling Klinikums (siehe Programmkasten). Im Vorfeld der Veranstaltung besteht
ab 16 Uhr für Besucher die Möglichkeit der Lungenfunktionsprüfung und der Übung von
Wiederbelebung am Modell.
Seit knapp zwei Jahren geht es Frank Kühne deutlich besser. „Ich war zu einer Reha in St.
Peter-Ording. Dort hat man mir sehr geholfen und meine Lebensqualität hat sich deutlich
verbessert.“ Seine Ärzte warnen ihn jedoch vor zu großem Optimismus. „Die kleinste
Infektion kann alles wieder auf den Kopf stellen.“ Dennoch sei er guter Dinge, so der 47-
Jährige.
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Programm

5. Mindener Atemwegstag am 12.11.2014 

ab 16 Uhr kostenloser Lungenfunktionstest sowie weitere Infostände
17:00 – 17:20 Organspende und Lungentransplantation Dr. med. J. Niedermeyer

17:20 – 17:35 Wiederbelebungsmaßnahmen Dr. med. M. Kluth

17:35 – 17:50 Patientenverfügung Dr. med. J. Phillips

17:50 – 18:15 Pause

18:15 – 18:30 Richtig inhalieren Herr Nolting

18:30 – 18:45 Bronchiektasen Dr. med. D.-U. Exler

18:45 – 19:00 E-Zigaretten, Shisha, Feinstaub und die Atemwege Dr. R. Turkiewicz

Verabschiedung Herr Kühne, Dr. R. Turkiewicz

COPD-Selbsthilfegruppe veranstaltet Mindener Atemwegstag
Gespräche und praktische Hilfen bieten / Erkrankungen sind noch relativ unbekannt

VON DOROTHEE MEINHARDT
Minden (mt). Zum vierten Mal veranstaltet die Selbsthilfegruppe COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) den Mindener Atemwegstag. Mitbegründer und Gruppenleiter Frank Kühne erzählt im Gespräch über die Arbeit der Gruppe, mit welchen Problemen Betroffene zu kämpfen haben und welche Themen beim Atemwegstag im Fokus stehen.

Frank Kühne berichtet als Gründer und Gruppenleiter über die Arbeit der COPD-Selbsthilfegruppe.
Frank Kühne berichtet als Gründer und Gruppenleiter über die Arbeit der COPD-Selbsthilfegruppe.
Wie lange gibt es die Selbsthilfegruppe COPD in Minden?

Die Selbsthilfegruppe ist seit Februar 2010 aktiv. Wir haben ein ziemlich großes Einzugsgebiet. Seit Juni dieses Jahres gibt es nun auch die zweite Gruppe in Lübbecke. Gemeinsam mit Michael Edwards bilde ich das Organisations-Team. Michael Edwards ist Ansprechpartner für die Gruppe in Lübbecke. Alle vier Wochen finden Treffen statt. Jeden vierten Freitag in Minden und jeden vierten Mittwoch in Lübbecke. Bei den Treffen sind auch die direkten Angehörigen willkommen, ihnen liegt auch eine Last auf den Schultern.

Welche Aufgaben übernimmt die Selbsthilfegruppe?

Wir sind Ansprechpartner für Betroffene und treffen uns, um uns auszutauschen. Viele Menschen, die mit der Diagnose COPD konfrontiert werden, haben so genannte "Live Ending Ängste". Wir versuchen auch eine Stütze für die Leute zu sein, die gerade die Diagnose bekommen haben und aus dem ganzen Bundesland anrufen. Die Ärzte im Klinikum in Minden stellen direkt den Kontakt zu uns her, wenn das gewünscht ist. Michael Edwards oder ich fahren dann zu einem ersten Gespräch ins Klinikum. Viele Betroffene sind zu Beginn etwas scheu aufgrund der Vorurteile, die Selbsthilfegruppen durch die Medien erhalten haben.

Gibt es auch praktische Aufgaben, die von der Gruppe übernommen werden?

Wir vermitteln auch Kontakte an Einrichtungen und Personen, zum Beispiel an eine Rechtsanwältin, die auf diese Erkrankung spezialisiert ist, oder helfen beim Umgang mit Ämtern. Wir machen gemeinsame Unternehmungen und bieten auch den Angehörigen Möglichkeiten, sich auszutauschen.

Wie viele Mitglieder hat die Selbsthilfegruppe?

Es sind immer etwa 15 bis 20 Menschen beim Treffen. Insgesamt sind es etwa 60 Teilnehmer.

Mit welchen Problemen sind COPD-Erkrankte im Alltag konfrontiert?

Oftmals wenden Freunde und Bekannte sich von den Betroffenen ab, weil sie nicht mit der Erkrankung umgehen können. Soziale Kontakte reißen ab. Besonders schlimm sind die psychischen Nebenerkrankungen. Man sieht Patienten nicht an, dass sie erkrankt sind und das Leben langsamer angehen müssen. Die Luft fehlt einfach. Nur wenige COPD-Patienten bekommen beispielsweise den Status "Außergewöhnlich Gehbehindert" (aG) in ihrem Ausweis, der es ihnen ermöglichen würde, auf den entsprechenden Parkplätzen zu parken, um kürzere Wege zu haben.

Welche Programmpunkte erwarten Besucher beim 4. Mindener Atemwegstag am 13. November?

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt bei den Begleiterscheinungen, die die Krankheit mit sich bringt. Es werden im Hörsaal des Johannes Wesling Klinikums verschiedene Vorträge zum Beispiel zum Thema "Depressionen und Angst bei COPD", "Aktuelles zur COPD-Behandlung" oder "Beatmung über Maske" zu hören sein. Im Programm ist auch Raum für Fragen und Diskussionen eingeplant. Auch Angehörige sind bei der Veranstaltung gerne gesehen. Die Referenten sind Fachärzte, die im Klinikum arbeiten, ein Fachkrankenpfleger und ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Vierter Mindener Atemwegstag, Mittwoch, 13. November, 17 bis 19.30 Uhr im Hörsaal des Johannes Wesling Klinikums, Hans-Nolte-Straße 1 in Minden.

COPD
Die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (Chronic obstructive pulmonary disease, COPD) ist ein Sammelbegriff für Lungenerkrankungen. Besonders häufig treten die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem auf. Es gibt vier Stufen, die den Schweregrad der Krankheit kennzeichnen.

Es erkranken überwiegend Raucher, die Krankheit tritt aber auch als Gendefekt auf. Jeder Mensch kann an COPD erkranken.

In Deutschland sind etwa fünf Millionen Menschen betroffen.

Weltweit ist COPD die Krankheit mit der vierthöchsten Todesrate.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2013
Dokument erstellt am 07.11.2013 um 23:06:34 Uhr
Letzte Änderung am 08.11.2013 um 02:03:02 Uhr

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Selbsthilfetage 2013 in Lübbecke
eZeitung-2.pdf
PDF-Dokument [200.9 KB]
Interview mit Radio Westfalica zum 2.Mindener Atemwegstag
lunge_110923.mp3
MP3-Audiodatei [1.9 MB]
Zeitungsartikel 31.03.2012

URL: http://www.nw-news.de/lokale_news/luebbecke/luebbecke/?em_cnt=4975445&em_loc=161

MINDEN
Rauchfrei leben
14. Deutscher Lungentag im Mindener Klinikum / Vorträge für Betroffene
Organisatoren: Dr. Ryszard Turkiewicz (l.) und Frank Kühne.
FOTO: MAREN SALBERG
Minden (nw). Am Samstag, 24. September, findet im Rahmen des Deutschen Lungentages im Hörsaal des Johannes- Wesling-Klinikums Minden von 10 bis 14 Uhr eine Vortragsreihe zum Thema Lungen- und Atemwegskrankheiten statt. Dieser 2. Mindener Atemwegstag richtet sich in erster Linie an Lungenkranke, deren Angehörige und medizinisches Personal. Gäste sind willkommen.

Als Themen vorgesehen sind unter anderen "Rauchfreies Leben", "Patientenverfügung", "Organspende" und "Lungentransplantation". Die Referenten sind Dr. Sigrid Richter und Dr. Marcus Keienburg, niedergelassene Ärzte aus Minden, sowie Dr. Ralf Schipmann, Chefarzt der Lungenabteilung der Kliniken am Burggraben in Bad Salzuflen. Über die Lungenfunktion referiert Dr. Helmut Troch, niedergelassener Lungenfacharzt aus Minden. Über die Besonderheiten der Narkose und über die Untersuchungsmethoden bei Lungenkranken sprechen Dr. Mario Kluth und Dr. Ryszard Turkiewicz aus dem Johannes-Wesling-Klinikum Minden.

Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Dokumenten Information
Copyright © Neue Westfälische 2011
Dokument erstellt am 13.09.2011 um 18:30:52 Uhr
Letzte Änderung am 13.09.2011 um 19:05:43 Uhr

 

http://www.mkk-nrw.de/uploads/media/Ausgabe_04-2011.pdf
Mindener Tageblatt vom 04.10.2010
MT 17.03.2010
MT v. 06 Februar 0210

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