Selbsthilfegruppen COPD/ Atemwegserkrankungen für den Kreis Minden-Lübbecke und Ostwestfalen Lippe
Selbsthilfegruppen COPD/Atemwegserkrankungenfür den Kreis Minden-Lübbeckeund Ostwestfalen Lippe

Exazerbationen bei COPD erkennen und behandeln

Gerätegestützte Trainingstherapie bei obstruktiven Atemwegserkrankungen

06. Apr 2017

Viele Menschen mit COPD und Asthma wenden inhalative Medikamente mittels Dosier-Aerosolen falsch an. Dadurch inhalieren die Betroffen zum Teil nur die Hälfte der bestmöglichen Dosis, wodurch die Wirksamkeit der Medikamente stark herabgesetzt ist. Dies zeigen zwei amerikanische Studien, die in den Fachzeitschriften ‚Chest‘ und ‚Journal of Aerosol Medicine and Pulmonary Drug Delivery‘ veröffentlicht wurden. .....

 

IQWIG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen )FÄLLT ZWEI NEUE URTEILE - Ultibro und Breezhaler

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheits­wesen (IQWiG) hat zwei weitere Präparate im Rahmen des AMNOG-Nutzenbewertungsverfahrens untersucht. So wurde sowohl die bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zugelassene Wirkstoffkombination Indacaterol/Glycopyrronium (Ultibro® Breezhaler®) als auch das bei Lungenkrebs eingesetzte Afatinib-haltige Präparat Giotrif® unter die Lupe genommen.

 

Das IQWiG kommt zu dem Ergebnis, dass Prüfling Nummer 1, die Wirkstoffkombination Indacaterol/Glycopyrronium, eine Dyspnoe besser lindert als eine Kombinationsbehandlung mit Tiotropium und Formoterol. Dies gelte jedoch nur für Patienten, die noch keine inhalativen Corticoide benötigen, weil höchstens zwei akute Exazerbationen pro Jahr auftreten. Zudem gebe es einen Hinweis darauf, dass der Schweregrad der Erkrankung das Behandlungs­ergebnis beeinflussen kann. «Daher ergibt sich in der Gesamtschau für Patienten mit COPD-Stufe II nur ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen, für Patienten mit COPD-Stufe III und höchstens zwei Exazerbationen pro Jahr hingegen ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen», schreibt das IQWiG in einer Pressemitteilung. Mangels relevanter Daten ist dem Institut zufolge ein Zusatznutzen von Indacaterol/Glycopyrronium für Erwachsene mit Symptomen in späteren Krankheitsstadien (COPD-Stufen IV und III/IV mit mehr als zwei Exazerbationen pro Jahr) nicht belegt.

 

Der zweite Prüfling, das Afatinib-haltige Giotrif, ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem beziehungsweise metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit aktivierenden EGF-Rezeptor-Mutationen, die noch nicht mit einem EGF-Rezeptor-Tyrosinkinase-Inhibitor behandelt wurden, zugelassen. Das IQWiG kommt zu dem Ergebnis, dass nur für nicht vorbehandelte Patienten in relativ gutem Allgemeinzustand verwertbare Daten vorliegen. Demnach gebe es bei Trägern der EGFR-Mutation Del19 einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen und bei unter 65-jährigen Trägern der Mutation L858R einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Afatinib. Bei Patienten mit anderen EGFR-Mutationen ermittelte das Institut dagegen einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen gegenüber der Vergleichstherapie. Für vorbehandelte Patienten legte der pharmazeutische Unternehmer keine relevanten Daten vor, so das IQWiG.

 

«Wir begrüßen die Bestätigung des Zusatznutzens von Afatinib durch das IQWiG. Ergänzend zu dem vom IQWiG ausgesprochenen Zusatznutzen sehen wir jedoch außerdem einen Zusatznutzen für ein breiteres Patientenkollektiv», erklärt Dr. Engelbert Günster von Boehringer Ingelheim in einer Pressemeldung des Unternehmens. Man werde daher die vorgesehenen Möglichkeiten im weiteren Prozess nutzen und dies dem Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA) detailliert erläutern. Wie immer muss dieser nämlich abschließend über das Ausmaß des Zusatznutzens einen Beschluss treffen. (ss)

 

19.02.2014 l PZ

Foto: IQWiG

Selbsthilfe bei akuten Atembeschwerden

KORTISON NEWS

Inhalationssprays mit Kortison steigern das Diabetesrisiko

Patienten mit Asthma oder COPD (chronisch obstruktiver Lungenerkrankung) bekommen gegen ihre Atembeschwerden oftInhalationssprays mit Kortison, sogenannte Kortikosteroide, verschrieben. Einer kanadischen Langzeitstudie zufolge führt der regelmäßige Gebrauch von Kortikosteroiden jedoch zu einem erhöhten Diabetesrisiko und kann eine bereits bestehende Zuckerkrankheit noch verschlimmern.

Forscher des Jewish General Hospital und der McGill Universität untersuchten die gesundheitlichen Daten von über 380.000 Patienten mit Atemwegserkrankungen über fünf Jahre hinweg. Bei 30.167 Probanden entwickelte sich in diesem Zeitraum ein Diabetes. Bei 2.099 Teilnehmern hatte sich eine bereits bestehende Diabeteserkrankung verschlimmert. Die Untersuchung der Daten zeigte, dass unter den Diabetespatienten sehr viele waren, die regelmäßig Kortisonsprays inhalierten.

Um durchschnittlich 34% steigerten die Kortikosteroide das Diabetesrisiko der Patienten. Bei einer hohen Dosierung betrug das Risiko einer Diabeteserkrankung sogar 64%. Bei den Patienten, die vor der Studie bereits an Diabetes erkrankt waren, verschlimmerte sich die Krankheit durch die Kortisonsprays in 34% der Fälle und bei hoher Dosierung bei 54%.

Jeder fünfte COPD-Patient hat nie geraucht

Nicht nur Raucher bekommen COPD

© Kzenon_Fotolia

Hartnäckiger Husten - das ist oft das erste Warnzeichen für eine beginnende chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD. Bekannt ist die Krankheit auch als „Raucherhusten“. Aber nicht nur Raucher leiden unter den krankhaften Veränderungen der Lunge, auch Menschen, die nie geraucht haben, sind betroffen – bei ihnen verläuft die Erkrankung aber anders, wie eine dänische Studie jetzt zeigt. Erfahren Sie in der Bildergalerie die Warnzeichen einer COPD.

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Unbestritten ist Rauchen der größte Risikofaktor, für COPD. Deswegen konzentrieren sich die meisten klinischen Studien auf Raucher. Wie die Krankheit sich bei Nichtrauchern auswirkt, spielte bisher oft keine Rolle. Mette Thomsen von der Universität Kopenhagen wollte das zusammen mit ihren Kollegen ändern. Zwischen 2003 und 2010 wurden bei über 68.000 Menschen ein Lungenfunktionstest durchgeführt und ihre Rauchgewohnheiten erfragt. Erstes Ergebnis: Insgesamt litten 6623 der Probanden an COPD. Davon waren 37 Prozent aktive Raucher, 41 Prozent hatten zu dem Untersuchungszeitpunkt das Rauchen bereits aufgeben und immerhin 22 Prozent der Kranken hatten nie geraucht.

 

Milderer Verlauf bei Niemals-Rauchern

Als die Forscher nun die Symptomatik der drei Gruppen verglichen, zeigte sich, dass die Niemals-Raucher deutlich weniger Anzeichen für die Krankheit hatten und der Verlauf insgesamt leichter war. So war zum Beispiel ihre Lungenkapazität nicht so stark eingeschränkt wie bei den anderen beiden Gruppen. Zusätzlich fanden sich in ihrem Organismus weniger Entzündungsstoffe als bei den Rauchern und ehemaligen Rauchern.

Mehr Lungenentzündungen

Aber auch wenn die Lungenkrankheit bei den Niemals-Rauchern deutlich milder verläuft – war sie alles andere als harmlos. Im Beobachtungszeitraum von vier Jahren mussten Niemals-Raucher zum Beispiel im Vergleich zu Lungengesunden wegen ihrer COPD achtmal so oft im Krankenhaus behandelt werden. Ehemalige Raucher mussten sogar 30 Mal und aktive Rauchern sogar bei 43 Mal so oft ins Krankenhaus wie gesunde.

Auch erkrankten Niemals-Raucher mit COPD öfter an einer Lungenentzündung als Menschen ohne die chronische Lungenkrankheit. Aktive und ehemalige Raucher infizierten sich  allerdings nochmals deutlich öfter an einer solchen Pneumonie.

Dagegen stieg das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, offenbar nicht durch COPD. Bei den Untersuchten erhielten nur Raucher oder ehemalige Raucher die Diagnose Lungenkrebs, bei den Niemals-Rauchern trat kein einziger Fall auf.

Tödliches Lungenleiden

COPD ist ein Sammelbegriff für die Chronisch Obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Beide Erkrankungen zeichnen sich dadurch aus, dass die Lunge entzündet und dauerhaft verengt ist – was mit erheblichen Einschränkungen für die Lebensqualität einhergeht. Bisher gibt es keine Möglichkeit diese Erkrankungen zu heilen, sehr oft enden sie tödlich. Nach Aussagen des Statistischen Bundesamts rangierte COPD 2010 auf Platz fünf der Todesursachenstatistik.

Quelle und mehr über COPD http://www.mydoc.de/news/fuenfte-copd-patient-hat-nie-geraucht-1706
Stand: 28.10.2013
Autor: 

Quelle:
Thomson M et al. Characteristics and outcomes of chronic obstructive pulmonary disease in never smokers in Denmark: a prospective population study; (2013); The Lancet Respiratory Medicine, Volume 1, Issue 7, Pages 543 - 550

NRW: Große Mehrheit in Deutschland für Rauchverbot in Kneipen

Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg
Eine Umfrage nach ist die große Mehrheit in Deutschland für ein Rauchverbot in Kneipen.
Eine Umfrage nach ist die große Mehrheit in Deutschland für ein Rauchverbot in Kneipen. | Foto: dpa
Düsseldorf (dpa). Trotz Raucherprotesten und Warnungen vor einem Kneipensterben wächst die Zustimmung der Bevölkerung zu rauchfreien Gaststätten. Laut einer repräsentativen Umfrage für das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg sind inzwischen rund 82 Prozent der Bürger für ein Rauchverbot in der Gastronomie. Unter Rauchern habe sich die Zustimmungsquote seit Einführung erster Schutzgesetze 2007 immerhin auf 59 Prozent fast verdoppelt, sagte Martina Pötschke-Langer vom Krebsforschungszentrum am Montag in Düsseldorf. Die Untersuchung belege, dass die teils aggressiven Protestaktionen nicht die Meinung der Mehrheit widerspiegelten. In NRW gilt seit Mai ein verschärftes Nichtraucherschutzgesetz.

Wie unterscheiden sich Depressionen bei Männern und Frauen?

 

Chefärztin Frau Dr. med. Alexandra Dippel

Chefärztin Frau Dr. med. Alexandra Dippel

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „male depression“ und was grenzt Depressionen vom Burn-out ab?

Kurz zusammengefasst kann man sagen, Männer und Frauen leiden anders an und reagieren unterschiedlich auf Depressionen.
Während Frauen die klassischen Anzeichen zeigen, also antriebslos, niedergeschlagen, ja schwermütig sind, sind depressive Männer oft unruhig und gereizt, verlieren schnell die Beherrschung und gehen unangemessen hohe Risiken beispielsweise im Straßenverkehr ein. Zudem berät sich eine depressive Frau eher mit ihren Freundinnen oder geht zum Arzt, holt sich also Hilfe. Männer wiederum gehen generell weniger zum Arzt und suchen einen Ausweg über Suchtmittel (Alkohol), exzessive sportliche Aktivitäten oder sexuelle Abenteuer. Überspitzt gesagt würde ein Mann eher sterben, als sich Hilfe zu holen. Es ist wichtig, dies anzusprechen, denn die Suizidrate von Männern ist um ein Vielfaches höher als bei Frauen.

Ein Burnout-Syndrom ist eine Erschöpfung, die berufsbezogen auftritt. Bleibt es unbehandelt und dauert an, kann es in eine depressive Störung führen. Vielleicht kann man die Grenze vereinfachend wie folgt ziehen: Ein Ausgebrannter hat noch Ideen, aber ihm fehlen die Kräfte, sie umzusetzen. Ein Depressiver hat keine Ideen mehr noch den Antrieb zum Tun.

Wie gehen Sie in der Spessart-Klinik mit diesen Unterschieden bei Männern und Frauen um?

Um betroffenen Männern bestmöglich einen Ausweg aus der Depression aufzeigen zu können, haben wir eine „Männergruppe“ eingerichtet, bestehend aus männlichen Therapeuten (Arzt und Psychologe), die sich 1 x wöchentlich für 90 Minuten treffen. Es zeigte sich, dass die Männer dort leichter über ihre Rollenkonflikte, Umgang mit Frauen oder Aggressionen sprechen können. Im Training emotionaler Kompetenzen (4 x 120 Minuten/Aufenthalt) lernen Männer u. a. ihre Gefühle wahrzunehmen, sie zu benennen ohne sie zu bewerten und schließlich auch negative Gefühle anzuerkennen und durch Ausweitung ihrer Stresskompetenzen zu verändern. Beliebt sind natürlich die Sporttherapien, bei denen wir 2 x 45 Minuten therapeutisches Boxen und 2 x 90 Minuten Ballsport/Schlagstockkunst pro Woche anbieten. Diese natürlich auch mit männlichen Therapeuten. Bei beruflichen Problemlagen bieten wir zusätzlich eine entsprechende geschlossene Projektgruppe an.

Wie sind die beschriebenen Maßnahmen von den Männern angenommen worden? Wie sind die Erfahrungen damit?

Bei den Gruppenpsychotherapien in homogenen Gruppen sind Männer dankbar für vorgegebene Themen. Andernfalls herrscht großes Schweigen. Um Konflikte anhand von Beispielen durchzusprechen gelang dies in der reinen Männergeruppe auch deutlich besser, vielleicht deshalb, weil einige davon mit Frauen zusammenhängen. Bei den Sporttherapien können sich die Männer endlich wieder im Kampf probieren und Konkurrenz- und Rivalitätsverhalten ausüben. Das ist auch gut, denn zu späterem Zeitpunkt entwickeln sie ein Dosieren ihrer Kräfte und Flexibilität, lernen darüber hinaus Deckung und Verteidigung im therapeutischen Boxen neu hinzu. Nach unseren ersten Erfahrungen sind Männer eher von klaren Vorgaben und Erklärungen, welche Ziele in einer Therapie verfolgt werden und wie diese genau funktionieren, angesprochen. Homogene Gruppen sind günstig, da Hemmschwellen sinken können und die Männer männlich sein dürfen. Bei dem von Männern oft ins Lächerliche gezogenen „Psychokram“ sind wiederum gemischte Gruppen besser, einfach weil sich die Männer an den dort günstigen weiblichen Ressourcen orientieren und diese kopieren können. Auf jeden Fall lernen Männer, dass Hilfe annehmen in der Depression notwendig und gut ist.

Verfasserin:

Chefärztin Frau Dr. med. Alexandra Dippel (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie; Zusatzausbildung in Sozialmedizin)

Kontakt:

Spessart-Klinik Bad Orb GmbH
Würzburger Straße 7–11
63619 Bad Orb   Telefon: (0 60 52) 87-423

Quelle:http://www.rehacafe.de/blog/wie-unterscheiden-sich-depressionen-bei-maennern-und-frauen/2559/

Die AT&T Labs haben ein Gerät entwickelt, das Patienten warnen kann, wenn Anfälle drohen.

Die AT&T Labs haben ein Gerät entwickelt, das Patienten warnen kann, wenn Anfälle drohen. Allein in den USA sind 25 Millionen Menschen von Asthma betroffen – und laut Statistik der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) nimmt die Zahl der Diagnosen der chronischen und manchmal tödlichen Krankheit Jahr für Jahr zu. Anfälle werden dabei von verschiedenen Substanzen in der Atemluft ausgelöst, von natürlichen Quellen wie Pollen oder Hausstaubmilben bis hin zu chemischen Stoffen, die sich beispielsweise in Haushaltsreinigern befinden. Eine allgemein schlechte Umgebungsluftqualität erhöht die Gefahr zusätzlich. Um betroffenen Menschen zu helfen, Asthma-Auslöser zu identifizieren und Stoffe zu meiden, die Anfälle provozieren, arbeiten Forscher beim US-Telekommunikationskonzern AT&T Labs an einem Sensorsystem, das die Luft auf bekannte Triggerstoffe untersuchen kann.

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COPD: Laser gegen Laster

Nach Rauchstopp im neuen Jahr am besten auch gleich zum Lungen-Checkup gehen

Raucher, die sich vorgenommen haben, nach Silvester auf ihr Laster zu verzichten, sollten im neuen Jahr möglichst bald einen Lungenfacharzt aufsuchen, um überprüfen zu lassen, ob ihre Lunge bereits bleibende Schäden durch den Tabakkonsum genommen hat. Dazu raten die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) in Heidenheim. „Ob sich bereits eine chronisch-obstruktive Bronchitis entwickelt hat, kann man mit einem einfachenLungenfunktionstest (auch Spirometrie genannt) feststellen, durch den sich das Ausmaß der Atemwegsverengung bestimmen lässt“, erklärt Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des BdP und praktizierender Pneumologe im Lungenzentrum Ulm. Aussagen über die Fähigkeit der Lunge zum Sauerstoffaustausch erlaubt demgegenüber die so genannte CO-Diffusionsmessung, die nur wenige Minuten dauert, allerdings nur vom Lungenfacharzt durchgeführt werden kann.  „Die Fähigkeit der Lunge zur Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft ist abhängig von der jeweils diffusionswirksamen Oberfläche der Lungenbläschen und Gefäße“, erläutert Barczok. „Diese Gasaustauschfläche ist insbesondere beim Lungenemphysem infolge der Zerstörung von Lungenbläschen vermindert, was sich in einer geringen Diffusionskapazität widerspiegelt.“mehr Lungenärzte im Netz

NRW: Landtag beschließt strenges Nichtraucherschutzgesetz

Raucherkneipen und Zigaretten auf dem Festzelt untersagt

Düsseldorf (lnw) - Der nordrhein-westfälische Landtag hat ein striktes Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet. Nach monatelangen Debatten beschloss das Parlament die Novelle am Donnerstag mit den Stimmen der rot-grünen Regierungsfraktionen. Dagegen votierten in der namentlichen Abstimmung CDU, FDP und - bei drei Enthaltungen - die meisten Piraten. Ab Mai nächsten Jahres greift damit in Gaststätten ein generelles Rauchverbot.

Raucherkneipen und Raucherclubs darf es dann nicht mehr geben. Auch Ausnahmen für Festzelte oder Brauchtumsveranstaltungen werden aufgehoben. In Gaststätten >>> mehr>>>

Quelle: MT-online

Nicht nur Ärzte, sondern auch Lungenpatienten bewerten Lungensport als sehr positiv

Nicht nur Ärzte, sondern auch Lungenpatienten bewerten Lungensport als sehr positiv Lungensport stellt einen wichtigen Baustein innerhalb der Therapie von Lungenpatienten mit Asthma oder chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) dar, mit dessen Hilfe Betroffene ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität nachweislich verbessern können. Daher wird Patienten die Teilnahme an einer der über 800 Lungensportgruppen, die mittlerweile in Deutschland existieren, von Lungenärzten empfohlen. Doch nicht nur die Ärzte, sondern auch die Patienten selbst erteilen dem Lungensport sehr gute Noten. Bei einer Befragung von 521 Teilnehmern einer Lungensportgruppe (davon 63 % Frauen und 37 % Männer im durchschnittlichen Alter von 64 Jahren) gaben 97 Prozent der Befragten an, dass sie Lungensport anderen Patienten weiterempfehlen. 99 Prozent der Befragten fühlen sich in ihrer Lungensportgruppe gut aufgehoben, und 94 Prozent sind mit ihrer Lungensportgruppe sehr zufrieden. 87 Prozent bestätigen die Aussage „Zum Sport gibt es keine Alternative“, und für 93 Prozent hat der Sport einen hohen Stellenwert. Betreuung in Lungensportgruppen durch gut ausgebildete Übungsleiter gewährleistet Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Befragten in allen Bereichen sehr zufrieden sind – bis auf eine Ausnahme: Manche Lungenpatienten würden sich offenbar wünschen, dass ein Arzt die Sportstunden begleitet – das ist jedoch nur bei ca. 7 % der Befragten der Fall. „Allerdings erfolgt die Betreuung in Lungensportgruppen durch gut ausgebildete Übungsleiter (hauptsächlich Physiotherapeuten, Fachübungsleiter, Sportlehrer und Sportwissenschaftler), die selbstverständlich auch für eine adäquate medizinische Versorgung der Patienten bestens vorbereitet sind“, betont Prof. Dr. med. Heinrich Worth, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin und Chefarzt der Medizinischen Klinik 1 am Klinikum Fürth. Als Vorsitzender der AG Lungensport in Deutschland und Vorstandsmitglied der Deutschen Atemwegsliga e.V. setzt sich Prof. Worth in besonderem Maße für die Förderung des Lungensports in Deutschland ein. Mehr Überzeugungsarbeit für Lungensport bei den Krankenkassen erforderlich Die Befragung offenbart, dass der überwiegende Teil der Befragten unter mehreren Erkrankungen zugleich (sog. Multimorbidität) leidet, nicht mehr erwerbstätig ist und wöchentlich zwischen 60 bis 90 Minuten am ambulanten Lungensport teilnimmt. Der effektive Nutzen von Lungensport äußert sich für sie selbst wie auch für die sie behandelnden Ärzte vor allem in psychosozialen und funktionalen Aspekten (Kontakt und Austausch mit ebenfalls Betroffenen, Verbesserungen bei der Alltagsbewältigung, größere Mobilität), gefolgt von körperlichen und edukativen Aspekten (weniger Atemnot, bessere physische Belastbarkeit, größere Kompetenz beim Umgang mit der Krankheit). Nach zusätzlicher Einbeziehung der Aussagen des Vereins Lungensport, der Übungsleiter und Ärzte zeichnen sich aber auch noch Optimierungspotenziale ab, wie z.B. eine verbesserte Integration in die regionale Versorgung (z.B. durch Vernetzung mit bestehenden Einrichtungen), mehr finanzielle Unterstützung durch Kostenträger (insbesondere Krankenkassen) und eine breitere Akzeptanz bei nicht-pneumologischen Ärzten.

 

Quelle: http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2267&nodeid=18



COPD: Laser gegen Laster

 

 

Mehr zu diesem Thema:

Husten, vermehrter Auswurf und Atemnot bei Belastung sind die wichtigsten Warnzeichen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland drei bis fünf Millionen Menschen an derKrankheit leiden, für die bisher keine Möglichkeit besteht, sie dauerhaft zu heilen. Diagnostiziert wird sie fast immer im fortgeschrittenen Stadium, wenn das Lungengewebe meist schon irreversibel geschädigt ist. Forschern aus München ist es nun gelungen, eine neue Technik zu etablieren, mit deren Hilfe Ärzte krankhafte Veränderungen des Lungengewebes wesentlich frühzeitiger als bisher entdecken könnten. Wie die Wissenschaftler um Professor Maximilian Reiser in der Fachzeitschrift PNAS bekannt gaben, ermöglicht die Kombination von Dunkelfeld- und konventionellem Röntgenbild eine klare Unterscheidung zwischen gesundem und geschädigtem Gewebe sowie eine Beurteilung der regionalen Verteilung der Krankheit.  
mehr lesen http://news.doccheck.com

Minden: Chirurgen gelingt extrem schwieriger Eingriff

Minden(mr). Es ist kaum zu glauben, dass Bernd Knollmann aus Rödinghausen im Kreis Herford
schon wieder alleine durch die weiten Außenanlagen des Johannes Wesling Klinikums in Minden
(JWK) spazieren gehen kann. Erst fünf Tage sind vergangen, seit dem ihm die Chirurgen einen
Lungenflügel und einen Teil des Herzvorhofes entfernen mussten. „Ich wusste vorher, dass das eine
Operation auf Leben und Tod ist“, erzählt der 57-Jährige während er um den See am JWK
spaziert. „Ich musste den Ärzten hier vertrauen und mein Vertrauen ist belohnt worden.“
Prof. Dr. Berthold Gerdes, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie ist
selber ein wenig überrascht, wie schnell sich der Patient von dem Eingriff erholte. Fünf Stunden hatte die
extrem schwierige und aufwendige Operation gedauert.

mehr>>> http://www.mindener-rundschau.de/index.php/2012/07/01/10908-minden-chirurgen-gelingt-extrem-schwi
eriger-eingriff/

COPD-Patienten haben erhöhtes Risiko für blutende Magen-Darmgeschwüre

 

 

Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD – im Volksmund auch Raucherlunge genannt) leiden deutlich häufiger unter blutenden Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwüren als Gesunde. Eine aktuelle Studie (siehe Alimentary Pharmacology & Therapeutics (2012), Band 35(7), Seite 796-802) hat jetzt zusätzliche Risikofaktoren identifiziert, die eine Blutung der Geschwüre fördern, was von Ärzten bei der Behandlung von COPD-Patienten stärker berücksichtigt werden sollte. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin aufmerksam. „Die Untersuchung taiwanesischer Forscher aus Taipeh mit über 30.000 COPD-Patienten zeigt, dass eine Erkrankung an COPD an sich schon einen Risikofaktor für eine Blutung der Geschwüre darstellt“, berichtet Prof. Dr. med. Heinrich Worth, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin und Chefarzt der Medizinischen Klinik 1 am Klinikum Fürth.

Bei Verschreibung von Medikamenten besondere Vorsicht walten lassen

Bei COPD handelt es sich um eine entzündliche, systemische Erkrankung, die nicht nur die Lunge betrifft, sondern sich auf weitere Organe und Körperbereiche ausbreiten kann. Jede Entzündung bedeutet oxidativer Stress, bei dem aggressive Verbindungen entstehen, die u.a. den Magen-Darmtrakt angreifen können. Zudem haben COPD-Patienten häufig chronische Begleiterkrankungen (wie z.B. Koronare Herzkrankheit, Herzschwäche oder Bluthochdruck), die z.T. mit Medikamenten behandelt werden müssen, die das Blut verdünnen sollen, dabei aber auch die Gefahr von Blutungen erhöhen. Außerdem wird berichtet, dass entzündungshemmende Arzneimittel wie die Steroide, die bei COPD häufig gegen die Entzündungsprozesse in der Lunge eingesetzt werden, möglicherweise auch die Heilung von Magen-Darm-Geschwüren verzögern könnten. Die taiwanesischen Forscher haben jetzt allerdings ausschließlich die folgenden Risikofaktoren, die eine Blutung von Magen-Darmgeschwüren bei COPD-Patienten fördern, entlarvt: Ein Alter über 65 Jahre, männliches Geschlecht, Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzschwäche, bereits auftretende Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwüre in der Vergangenheit, eine chronische Nierenerkrankung und die Einnahme von nicht-steroidalen anti-entzündlichen Medikamenten. Im Gegensatz dazu konnten die Forscher Steroide, Acetylsalicylsäure („ Aspirin“) und weitere, nicht-Aspirin-artige Medikamente, die eine Verklumpung der Bluttplättchen verhindern, als Risikofaktoren ausschließen. „Nicht-steroidale anti-entzündliche Medikamente scheinen also mit einem besonders hohen Risiko behaftet zu sein. Wir Lungenärzte können und wollen aber noch keine Empfehlung aussprechen – nur die, dass das Verschreiben von Medikamenten für  COPD-Patienten, die unter einem Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwür leiden, mit besonderer Vorsicht und Überlegung geschehen sollte, um ihr Risiko für Geschwürblutungen nicht zusätzlich zu erhöhen“, empfiehlt Prof. Worth.

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2251&nodeid=18

Warum COPD unumkehrbar fortschreitet

 

 

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine Volkskrankheit, an der weltweit über 600 Mio. Menschen leiden. Bis zum Jahre 2020 wird sie voraussichtlich von der viert- zur dritthäufigsten Todesursache werden. Ein etwas besseres Verständnis darüber, warum bei COPD Entzündungsvorgänge entstehen und fortschreiten, die zu nicht mehr umkehrbaren Atemwegsverengungen (Obstruktionen) und Gewebsschädigungen führen, liefern die Ergebnisse zweier neuer Studien aus Italien und den USA.

Warum Raucher gegenüber der chronisch-obstruktiven Bronchitis besonders anfällig sind, haben Mitarbeiter aus Palermo (Sizilien) in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Pittsburgh untersucht (siehe PLoS ONE 2012, Band 7(3), Seite e33601). Nach Angaben von  Projektleiterin Elisabetta Pace kommt es bei der COPD besonders bei starken Entzündungen nicht nur zu Gewebeschäden, sondern auch zu Störungen der natürlich vorhandenen Regenerationsfähigkeit. Die bei der Entstehung der Raucherlunge beteiligten molekularen Vorgänge sind noch weitgehend unbekannt. Die Forscher fanden nun heraus, dass die veränderte Abwehrbereitschaft bei COPD u.a zusammenhängt mit zwei Substanzen, die im Immunsystem eine wichtige Rolle spielen (TLR = toll like receptors und HBD2 = beta-2-defensin). Wenn z.B. HBD2 abnimmt, sinkt die Abwehrfähigkeit der Lunge, die Entzündungsgefahr und das Erkrankungsrisiko steigen deutlich an.

Virale Infekte der abwehrgeschwächten Lungen von COPD-Patienten treten häufig auf und können zu gefürchteten Verschlechterungen (Exazerbationen) führen, die meist eine Akutbehandlung im Krankenhaus erforderlich machen. Forscher aus Cincinnati (USA) haben deshalb untersucht, welche Rolle den so genannten natürlichen Killerzellen (NK) beim Entstehen und Fortschreiten der COPD zukommt, wenn der Patient eine virale Atemwegsinfektion hat (siehe Journal of Immunology 2012, Band 188(9), Seite 4468-4475. Online-Vorabveröffentlichung am 30.3.12). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die NK-Zellen, die zum angeborenen Immunsystem (und zwar zu den Lymphozyten, einer Untergruppe der weißen Blutzellen oder Leukozyten) gehören und die in der Lage sind abnormale Zellen, wie Tumorzellen und virusinfizierte Zellen, zu erkennen und abzutöten, den Entzündungsgrad nach einer Infektion entscheidend mitregulieren. Sie entdeckten, dass ein bestimmter Rezeptor (NKG2D), an den u.a. die NK-Zellen andocken, die Abwehrfähigkeit der NK-Zellen stimuliert. Wenn allerdings NK-Zellen infolge einer Virusinfektion überaktiviert werden, kann es zu überschießenden Entzündungsreaktionen und dem gefürchteten Fortschreiten der Erkrankung mit deutlicher Verschlechterung (Exazerbation) kommen. Veränderungen der natürlichen Aktivität der NK-Zellen infolge von Infektionen können also entscheidende Konsequenzen für die Patienten haben.

Weitere Forschungsarbeiten sind erforderlich, um COPD-Patienten künftig womöglich besser helfen zu können.

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2254&nodeid=18&nodeid=18&query=copd

Immer mehr Frauen sterben an Folgen des Rauchens

Donnerstag, 31. Mai 2012

Wiesbaden – In Deutschland sterben immer mehr Frauen an den Folgen des Rauchens. Im Jahr 2010 starben 13.815 Frauen an Krebserkrankungen, bei denen ein enger Zusammenhang zum Tabakkonsum besteht, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden anlässlich ders Weltnichtrauchertages mitteilte.  mehr .... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50362

Bei COPD und Lungenkrebs Bestrahlung anstelle OP in Erwägung ziehen

 

 

 Lungenkrebs ist eine besonders bösartige, oft tödlich endende Erkrankung. Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs im Frühstadium (Stadium I) wird deshalb, sofern es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt, so rasch wie möglich operiert, noch bevor sich Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen gebildet haben. Schwierig ist dies allerdings, wenn der Patient gleichzeitig unter einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leidet. In diesem Fall kann womöglich die Strahlentherapie eine Alternative sein, ohne dass die Heilungsaussichten eingeschränkt würden. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift International Journal of Radiation Oncology * Biology * Physics (2012, Band 82(3), Seite:1149-1156).

 

Nach einer Operation von Lungenkrebs bei Patienten mit COPD besteht erfahrungsgemäß ein hohes Risiko für Komplikationen. Die Forscher testeten deshalb die Effektivität einer stereotaktischen Bestrahlung bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium I, die gleichzeitig an einer COPD im so genannten GOLD-Stadium III–IV erkrankt waren. Ist eine COPD bereits soweit fortgeschritten, leiden die Patienten in der Regel unter einer deutlich eingeschränkten Funktionsfähigkeit der Lunge.

Die Therapie erwies sich als effektiv: Nach einem Jahr waren acht von zehn Patienten noch am Leben, nach drei Jahren immerhin noch fast die Hälfte. Gleichzeitig war die Bestrahlung schonender für die an COPD leidenden Patienten: Innerhalb von 30 Tagen nach der Therapie trat kein Todesfall auf, in Studien mit Operation hingegen wurden bis zu zehn Prozent Todesfälle beobachtet.

Vor allem bei älteren Patienten, die durch eine zusätzlich bestehende COPD gesundheitlich deutlich beeinträchtigt sind, sollte die Strahlentherapie deshalb als Alternative zur Operation in Erwägung gezogen werden, so die Empfehlung der Studienautoren.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft e.V.



COPD: Akupunktur lindert Dyspnö

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50183

COPD: Akupunktur lindert Dyspnö

Dienstag, 15. Mai 2012

Kyoto – Eine einmal wöchentliche Akupunktur hat in einer randomisierten Studie nach 12 Wochen die Dyspnö von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) gelindert, während eine Scheinakupunktur wirkungslos blieb. Die Studie in den Archives of Internal Medicine (2012; doi: 10.1001/archinternmed.2012.1233) dokumentiert auch eine Verlängerung der Gehstrecke und bessere Sauerstoffwerte.

Die chronische Atemnot von Menschen mit COPD ist ein häufiges Einsatzgebiet der Akupunktur, berichtet Masao Suzuki von der Meiji University of Integrative Medicine in Kyoto, Japan, und verweist auf eine Übersicht mit 16 Studien und 2.937 Patienten. Keine dieser Studien war jedoch placebokontrolliert. Als Placebo gilt in Akupunkturstudien eine Nadelung, bei der die Spitzen die Haut nicht durchdringen, was der Patient kaum unterscheiden kann.

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Suzuki hat jetzt erstmals eine derartige Studie an 68 Patienten mit COPD durchgeführt. Die Nadeln der echten und der scheinbaren Akupunkturen wurden dabei entsprechend den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin in die Meridiane für die Lungen, die großen Eingeweide, Magen, Niere, Blase und Gallenblase und den „conception vessel“-Meridian gesetzt.

Primärer Endpunkt der Studie waren die Veränderungen auf der Borg-Skala. Dort bewertet der Patient die Dypnö auf einer Analogskala von 0 (überhaupt keine Atemnot) bis 10 Punkte (maximale Atemnot). Wie Suzuki berichtet, kam es bei den 34 COPD-Patienten, die echte Akupunkturen erhalten hatten, zu einer Verbesserung von 5,5 auf 1,9 Punkte, während sich die Dyspnö unter der Scheinakupunktur von 4,2 auf 4,6 Punkte leicht verschlechterte.

Auch die 6-Minuten-Gehstrecke verbesserte sich unter der Akupunktur von 373 auf 436 Meter, während sie sich unter der Scheinakupunktur von 405 auf 386 Meter verkürzte. Leichte Verbesserungen gab es auch bei der Sauerstoffsättigung in der Pulsoxymetrie (von 86 auf 89,5 Prozent versus einem Abfall von 88,3 auf 86,7 Prozent).

Die Akupunktur wurde zusätzlich zur medikamentösen Therapie durchgeführt, die sie laut Suzuki ergänzen soll. Die Studie macht keine Angaben zu Veränderungen der Medikation im Verlauf der Studie. Ein weiterer möglicher Kritikpunkt ist, dass die Studie auf eine einzelne Klinik beschränkt war. Somit bleibt unklar, ob die Ergebnisse an anderen Kliniken reproduziert werden könnten. Suzuki selbst fordert eine größere Studie zur Bestätigung der Ergebnisse. © rme/aerzteblatt.de



Den Lungenkrebs aushungern?

 

 

Lungenkrebs ist weltweit für die meisten durch Krebs verursachten Todesfälle verantwortlich. Bisherige Therapieverfahren führen meist nicht zu einer langfristigen Heilung. Neben der Vermehrung der Krebszellen steuert der Tumor das Wachstum von Blutgefäßen über chemische Signale, um eine Versorgung der wachsenden Geschwulst zu bewerkstelligen. Ein Molekül, das dabei eine Schlüsselfunktion zu spielen scheint, haben jetzt Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und der Universität Gießen entdeckt: die so genannte Phosphodiesterase PDE4. Durch Hemmung dieses Enzyms konnten sie das Tumorwachstum zumindest in ihren Experimenten verringern (siehe Oncogene, Online-Vorabveröffentlichung am 23.4.2012).

Lungenkrebs trifft vor allem Raucher, aber auch der Kontakt mit krebsauslösenden Stoffen wie zum Beispiel Asbeststaub kann ursächlich sein. Chemotherapie oder Bestrahlung können leider oft nur unzureichend helfen. Wissenschaftler suchen deshalb intensiv nach Ansätzen, um das Wachstum der Tumoren zu stoppen. Blutgefäße, die den Tumor mit Nährstoffen versorgen, bieten einen möglichen Angriffspunkt.

Damit der wachsende Tumor ausreichend Nährstoffe erhält, entwickeln sich neue Blutgefäße. Nachwachsendes Gewebe wird sofort mit neuen Gefäßen durchsetzt. Das Wachstum der Blutgefäße wird von den Tumorzellen mittels einer komplexen Signalkaskade reguliert. Auslöser ist anfangs ein niedriger Sauerstoffgehalt im Gewebe. „Dieser als Hypoxie bezeichnete Zustand führt zur Aktivierung von rund 100 Genen in den Tumorzellen“, erklärt Rajkumar Savai, Leiter der Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut. „Der Tumor stimuliert damit neben dem Wachstum von Blutgefäßen auch die Vermehrung der Tumorzellen.“ Dabei sind vor allem drei Moleküle von Bedeutung: Die Aktivierung der Gene am Anfang der Kaskade erfolgt über den Transkriptionsfaktor HIF. Am Ende der Kaskade steht wiederum ein Botenmolekül, das cAMP. Das Bindeglied zwischen diesen beiden Molekülen haben die Forscher nun genauer untersucht: die Phosphodiesterase PDE4. Dabei konnten die Bad Nauheimer und Gießener Wissenschaftler nachweisen, dass PDE4 an verschiedenen Abschnitten Bindungsstellen für HIF aufweist.

In einem nächsten Schritt untersuchten die Forscher im Labor an zehn verschiedenen Zelllinien, die charakteristisch für rund 80 Prozent der Lungenkrebserkrankungen sind, welchen Einfluss eine Blockade von PDE4 auf die Zellen hat. Wurden die Zellen mit einem PDE4-Hemmstoff behandelt, teilten sie sich deutlich weniger. Außerdem nahm auch der HIF-Spiegel ab. Besonders deutlich wurde der Effekt dann im lebenden Organismus. Dazu implantierten die Max-Planck-Forscher Nacktmäusen eine menschliche Tumorzelllinie unter die Haut und behandelten die Tiere mit dem Hemmstoff. Daraufhin ging das Tumorwachstum bei diesen Tieren um rund die Hälfte zurück. „Unsere mikroskopische Analyse hat ergeben, dass das Blutgefäßwachstum in den Tumoren der Mäuse, die mit dem Hemmstoff behandelt worden waren, stark reduziert war. Gleichzeitig konnten wir auch Hinweise auf eine verlangsamte Zellteilung bei den Tumorzellen finden. Insgesamt war das Tumorwachstum deutlich gebremst“, berichtet Rajkumar Savai.

„Wir konnten zeigen, dass PDE4 bei der Zellteilung in Lungentumoren und bei der Entwicklung von Blutgefäßen im Krebs eine wichtige Regulationsfunktion einnimmt. Deshalb hoffen wir, dass wir damit einen Ansatzpunkt für die Entwicklung einer Therapie gefunden haben“, kommentiert Werner Seeger, Direktor am MPI und ärztlicher Leiter der Universitätsklinik Gießen. Nach Meinung des Tumorspezialisten Friedrich Grimminger, der in Gießen die Abteilung Medizinische Onkologie leitet, könnte zukünftig die klassische Bestrahlungs- oder Chemotherapie mit einer Hemmung von PDE4 kombiniert werden. Auf diese Weise ließe sich möglicherweise der Effekt der klassischen Therapiemaßnahmen verstärken und dadurch die Prognose der Patienten verbessern. Vor der Durchführung klinischer Tests seien allerdings zunächst noch weitere Untersuchungen im Labor erforderlich.

Quelle: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.



Paradigmenwechsel in der COPD-Therapie



 

Paradigmenwechsel in der COPD-Therapie

Neue Kriterien für die Therapie bei COPD-Patienten: Diese richtet sich nach der neuen GOLD-Leitlinie außer nach der Lungenfunktionsprüfung auch nach der Exazerbationsrate und dem Ergebnis von Patienten-Fragebögen zu den Symptomen.

Von Ingrid Kreutz

NEU-ISENBURG. Nach der Ende Dezember 2011 publizierten aktualisierten Leitlinie der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) sollen Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) nicht mehr wie bisher strikt nach dem Ergebnis der Lungenfunktionsprüfung (LuFu) und den Symptomen therapiert werden.

An deren Stelle fließt jetzt neben der bisherigen FEV1-basierten Schweregradeinteilung, wie sie auch in der aktuellen Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin empfohlen wird, jetzt auch die Beurteilung des Exazerbationsrisikos sowie die mit Fragebögen zu erhebende Symptomenschwere in die Patientenbeurteilung mit ein.

Zunächst wird das Exazerbationsrisiko anhand der Einsekundenkapazität (FEV1), vorangegangener Exazerbationsphasen und der subjektiven Selbsteinschätzung durch den Patienten, die mittels Fragebögen (zum Beispiel CAT oder MRC) quantifiziert wird, eingeschätzt. Daraus ergeben sich vier Gruppen (A bis D).

Je nach Einschätzung unterschiedliche Medikamente

In Gruppe A zum Beispiel gehören Patienten mit niedrigem Risiko und wenigen Symptomen. Das sind Patienten mit höchstens einer Exazerbation pro Jahr und einem CAT-Test-Ergebnis < 10. Und nach der Spirometrie befinden sich die Patienten in dieser Gruppe im GOLD-Stadium I-II.

Der Gruppe D werden Patienten zugeteilt mit hohem Risiko und vermehrten Symptomen: Mindestens zwei Exazerbationen pro Jahr und CAT-Test ≥ 10. Die Spirometrie entspricht dem GOLD-Stadium III-IV.

Je nach Einschätzung (A bis D) ergibt sich die Empfehlung zur medikamentösen Therapie. Und hierfür gibt es jetzt Medikamente der ersten und zweiten Wahl sowie Alternativen.

Für Patienten der Gruppe A wird als Medikament der ersten Wahl ein kurzwirksames Anticholinergikum oder ein kurzwirksamer Beta-2-Agonist empfohlen. Zweite Wahl sind: langwirksames Anticholinergikum (LAMA) oder langwirksamer Beta-2-Agonist (LABA) oder kurzwirksames Anticholinergikum plus kurzwirksamer Beta-2-Agonist. Als Alternative dazu wird Theophyllin genannt.

Die Empfehlungen für Gruppe D: erste Wahl ist ein inhalatives Kortikosteroid (ICS) plus LABA oder LAMA. Zweite Wahl: ICS plus LAMA oder ICS plus LABA plus LAMA oder ICS plus LABA plus PDE-4-Hemmer oder LAMA plus LABA oder LAMA plus PDE-4-Hemmer. Als weitere Alternativen für diese Patientengruppe werden genannt: Carbocystein, kurz wirksamer Beta-2-Agonist und/oder kurzwirksames Anticholinergikum, Theophyllin.

Bringt die Fülle an Therapiemöglichkeiten wirklich zur besseren Patientenversorgung?

Ähnlich wie auch schon in der aktuellen Asthma-Leitlinie der Global Initiative for Asthma (GINA) wird jetzt auch in der neuen GOLD-Leitlinie zu COPD zwischen der ersten, der zweiten und einer "alternativen" Medikamentenwahl unterschieden, kommentiert Professor Adrian Gillissen, Direktor der Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin am Klinikum Kassel.

Zwar werde diese neue Einteilung der Heterogenität der Erkrankung zweifelsfrei besser gerecht als ein starres, letztendlich willkürlich festgelegtes Schwergradschema, aber ob die Fülle der vielen auch überlappenden Therapiemöglichkeiten tatsächlich zu einer Verbesserung der Patientenversorgung führt, müsse zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen bleiben.

Ein kompliziertes Schema müsse, so Gillissen, insbesondere für den Hausarzt, der ja die überwiegende Mehrheit der COPD-Patienten in Deutschland betreut und auf eine einfache Diagnosestellung und Therapieempfehlung angewiesen ist, nicht unbedingt besser sein als die bisherige Vorgehensweise bei dieser Lungenerkrankung.

Die vor kurzem aktualisierte COPD-Leitlinie der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) ist einsehbar auf: www.goldcopd.org

So funktioniert der CAT-Test

Der COPD Assessment Test™ (CAT) besteht aus acht Fragen und lässt sich leicht in die Praxisroutine integrieren. Ähnlich wie der bereits seit einigen Jahren etablierte Asthma Control Test (ACT) geht auch der CAT vom individuellen Beschwerdebild des Patienten aus. Der Patient soll zum Beispiel auf einer Skala von Null bis Fünf angeben, wie häufig er hustet. Null bedeutet: Kein Husten; Fünf bedeutet hingegen: ständiger Husten. Gefragt wird etwa auch nach der Menge des Auswurfs, nach der Schwere der Atemnot beim Treppensteigen sowie danach, wie sehr die Patienten bei ihren alltäglichen Aktivitäten zu Hause eingeschränkt sind. Es ergibt sich schließlich ein Summenscore zwischen 0 und 40. (ikr)

Der CAT™-Test steht zur Verfügung auf: www.CATestonline.de

Paradigmenwechsel in der COPD-Therapie

© hil/aerzteblatt.de

Schweregrad von COPD-Exazerbationen besser einschätzbar

Donnerstag, 2. Februar 2012

London – Der Schweregrad von Exazerbationen einer COPD kann mit Hilfe des sogenannten COPD Assessment Tests (CAT) gut und schnell eingeschätzt werden. Das meinen Wissenschaftler um Alex Mackay vom University College London. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (doi: 10.1164/rccm.201110-1843OC).

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Zurzeit gebe es keine universal akzeptierte und eingesetzte Methode, um den Schweregrad einer exazerbierten COPD einzuschätzen, so die Gruppe. Der CAT könnte eine standardisierte, objektive Methode darstellen, um den Schweregrad von Exazerbationen einer COPD in klinischen Studien und im praktischen Alltag zu bewerten.

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler in ihrer Studie 161 COPD-Patienten, die den CAT-Fragebogen mindestens einmal unter Aufsicht absolviert hatten. Die Studienteilnehmer beantworteten den Fragebogen vor Beginn der Studie, während einer Exazerbation und direkt nach der Phase der Exazerbation. Es traten während des Studienzeitraums 152 Exazerbationen auf.

 

Der computerunterstützte Test besteht aus einem Gesundheitsfragebogen, der bislang in einigen Studien bei Personen mit COPD in primärer und sekundärer Versorgung durchgeführt wurde. Er beinhaltet Fragen über Husten, Engegefühl in der Brust, Dyspnoe, Einschränkungen der täglichen Aktivitäten, des Schlafs und der Energie.

Personen mit mehr als zwei Exazerbationen pro Jahr hatten signifikant höhere Basis-CAT-Zahlen als Personen mit niedrigfrequenten Exazerbationen. Die CAT-Punkte erhöhten sich deutlich von 19,4±6,8 auf 21,3±7,3 bei einer Exazerbation. Die Änderungen der CAT-Punkte gingen einher mit einer signifikanten Erhöhung des akuten Phase Proteins CRP. Mit Hilfe von Lungenfunktionstests konnten die Wissenschaftler außerdem zeigen, dass erhöhte CAT-Punkte mit einem Abfall des FEV1 einhergingen.

Bei den Studienteilnehmern korrelierten die individuellen CAT-Zahlen mit dem Schweregrad der COPD-Exazerbation, gemessen an dem FEV1 und der Dauer der Exazerbation.

Die Wissenschaftler schlossen, dass der CAT-Score ein wirksames und aussagekräftiges Hilfsmittel bei der Beurteilung von Schweregraden von exazerbierten COPDs darstelle. Es sei ein objektives Mittel mit dessen Hilfe die Auswirkungen von therapeutischen Maßnahmen bei Exazerbationen schnell darstellbar seien.



Aktuelles

 

 
[12.01.2012] 

Lungenärzte warnen vor dem Konsum von E-Zigaretten

 

 

Aus Sicht der Lungenheilkunde kann für die E-Zigarette keine gesundheitliche Unbedenklichkeit ausgesprochen werden – im Gegenteil: Neueste Studienergebnisse zeigen, dass der Konsum von E-Zigaretten schädliche Auswirkungen auf die Atemwege hat.

 

In einer kontrollierten Studie, die gerade online in der angesehenen wissenschaftlichen Zeitschrift CHEST veröffentlicht wurde, haben 30 Raucher über 5 Minuten aus einer E-Zigarette inhaliert. Dabei stellte sich heraus, dass es dadurch im Gegensatz zu der Kontrollgruppe zu einer sofortigen signifikanten Zunahme einer Atemwegseinengung kam, gemessen mit dem empfindlichen Verfahren der Impulsoszillometrie (IOS). Außerdem zeigte sich ein Abfall der ausgeatmeten Konzentration von Stickoxid (FeNO), einem Marker für die Entzündung der Bronchien. 

Damit wird erstmals der bereits vermutete schädliche Effekt von E-Zigaretten auf die Atmungsorgane nachgewiesen, wofür die Autoren in erster Linie Propylenglykol, aber auch andere Substanzen in den eingeatmeten Dämpfen verantwortlich machen.

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) weist darauf hin, dass bereits frühere Studien Hinweise erbracht hatten, dass Propylenglykol die Atemwege reizt. Die DGP warnt deshalb nachdrücklich, vor dem Konsum von E-Zigaretten, zumal Studien zum Langzeiteffekt bei wiederholtem Gebrauch der E-Zigarette noch ausstehen und auch die Reproduktionstoxizität von Propylenglykol noch nicht hinreichend untersucht wurde. 
Unabhängig von den gesundheitlichen Folgen, hält die Fachgesellschaft auch den anzunehmenden Nachahmungseffekt für Kinder und Jugendliche für  bedenklich.

Quelle: Vardavas CI et al. Acute pulmonary effects of using an e-cigarette_ impact on respiratory flow resistance, impedance and exhaled nitric oxide. Chest; prepublished online December 22, 2011  Originalartikel der Studie

Anmerkung des Studienautors: Leider ist im Abstract der Studie ein Tippfehler aufgetreten. Die Untersuchungsgruppe bestand aus Rauchern (s. Langfassung der Originalstudie), nicht wie es fälschlicherweise im Abstract steht aus "healthy non smokers". Besten Dank für die entsprechenden Leser-Hinweise!

Bildquelle: © knotsmaster - Fotolia.com

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de



 

Todesursachen: COPD steht auf Platz vier

Das Lebenszeitrisiko für COPD ist hoch.

Bis zum Alter von 80 Jahren erkranken 28 Prozent daran.

 

 

TORONTO (St). Die WHO hat die COPD zur vierthäufigsten Todesursache weltweit erklärt. Schätzungen zufolge wird sie bis 2030 auf Platz 3 vorrücken. Die Krankheit zählt zu den häufigsten Gründen für eine Krankenhauseinweisung.

Um die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken,

wurden nun in einer retrospektiven Längsschnittstudie

 

die Daten von über 13 Millionen Kanadiern über 35 Jahre ausgewertet.

Von 1996 an wurden die Probanden ohne COPD-Erkrankung

bis zu 14 Jahre lang hinsichtlich dreier Endpunkte bewertet:

ärztlich diagnostizierte COPD, Erreichen eines Alters von 80 Jahren sowie Tod

(Lancet2011; 378: 991).

Männer gefährdeter als Frauen

Innerhalb des Studienzeitraums wurde bei fast 580.000 Personen

die Diagnose COPD gestellt. Daraus ergab sich ein durchschnittliches Risiko

von 28 Prozent, bis zum Alter von 80 Jahren an einer COPD zu erkranken.

Während das Risiko im Alter von 40 Jahren noch relativ niedrig war,

stieg es danach exponentiell an.

Einzeln betrachtet waren Männer gefährdeter als Frauen (30 versus 26 Prozent).

In sozial niedrigeren Schichten war eine COPD häufiger

als bei sozial höher gestellten Personen

(32 versus 23 Prozent), und auf dem Land war die

COPD-Rate höher als in der Stadt

(32 versus 27 Prozent).

COPD ist viel häufiger als Herzinfarkt

Im Vergleich mit anderen Lebenszeitrisiken ergab sich Folgendes:

Nach Diabetes und Asthma steht die COPD an dritter Stelle.

Das COPD-Risiko ist etwa doppelt so hoch, wie die Wahrscheinlichkeit,

an einer Herzinsuffizienz zu erkranken

(30 versus 17 Prozent bei Männern und 26 versus 12 Prozent bei Frauen).

Die COPD ist drei- bis viermal häufiger als der Herzinfarkt

(30 versus 11 Prozent bei Männern, 26 versus 5 Prozent bei Frauen),

das Mamma- und das Prostatakarzinom.

Im Vergleich zu den übrigen Krebsarten erkranken sogar

siebenmal mehr Menschen an einer COPD.

 



Glückliche Menschen leben länger

London – Wer seine Lebensfreude im Alter über 50 nicht verloren hat, wird nach einer Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2011, doi: 10.1073/pnas.1110892108) mit zusätzlichen Lebensjahren belohnt.

Die English Longitudinal Study of Ageing begleitet seit 2002 eine Gruppe von über 50-Jährigen. Im Jahr 2004 wurden 4,700 ausführlich nach ihrem derzeitigen emotionalen Gesundheitszustand befragt. Am Stichtag wurden vier Blutproben zur Analyse der Stresshormone entnommen, deren Ergebnisse aber bisher nicht ausgewertet wurden. Andrew Steptoe vom University College London hat die damaligen Antworten mit dem heutigen Vitalstatus in Beziehung gesetzt. 

Ergebnis: Im Viertel der Personen mit der geringsten Lebensfreude sind bisher 7,3 Prozent der Kohorte verstorben. Unter den Teilnehmern mit der größten Lebensfreude waren es dagegen nur 3,6 Prozent, also nur halb so viele. Da es unwahrscheinlich ist, dass die optimistische Einstellung selbst das Leben verlängert, hat Steptoe nach möglichen anderen Ursachen gesucht und diese teilweise auch gefunden.

Eine adjustierte Analyse, die den Einfluss von Alter, Geschlecht, demografischen Faktoren wie Wohlstand und Ausbildung, aber auch schwere Erkrankungen (die die Lebensfreude trüben können) ausschloss, verminderten den Unterschied auf 35 Prozent. 

Für diese 35 Prozent wurde noch keine Erklärung gefunden. Unter der Prämisse, dass nicht die Lebensfreude selbst, sondern Faktoren, die sie ermöglichen, für die erhöhte Lebenserwartung verantwortlich sind, bleibt also noch Bedarf für weitere Forschungen. Es bleibt abzuwarten, ob die Auswertung der Stresshormone hier weitere Erkenntnisse liefern wird. © rme/aerzteblatt.de

 

 



Lungenerkrankung COPD in der Familie erhöht eigenes Erkrankungsrisiko erheblich

Quelle:lungenärzte-im-netz.de

Dieses Risiko scheint dabei sogar weitgehend unabhängig von der persönlichen - aktiven und passiven - Belastung durch Tabakrauch zu sein. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin hin unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktullen US-Studie.

Wer Familienmitglieder – insbesondere Eltern – mit einerchronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD hat oder hatte, ist auch selber stärker gefährdet, an COPD zu erkranken. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin hin. „Zweifellos ist das Rauchen nach wie vor der größte  Aber auch das Auftreten von COPD bei Familienmitgliedern ersten Grades stellt für die direkten Angehörigen einen eigenen  Risikofaktor für die Entwicklung einer COPD dar, wobei dieses Risiko sogar weitgehend unabhängig von der persönlichen Belastung durch Tabakrauch zu sein scheint. Dies hat eine aktuelle Studie aus den USA aufgezeigt, die im FachjournalChest (2011, Band 140/2, Seite 343-350) veröffentlicht wurde“, erläutert Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP und Leiter der Lungenfachklinik Kloster Grafschaft im nordrhein-westfälischen Schmallenberg.

 

Den Arzt über COPD-Fälle in der Familie informieren

Weitere Studien müssen durchgeführt werden, um die genetischen Variationen zu identifizieren, die zu einer erhöhten Empfindlichkeit für COPD führen. „Damit die Erkrankung möglichst früh erkannt werden kann, sollte man seinen Arzt auf jeden Fall darüber informieren, wenn es in der Familiengeschichte Fälle von COPD zu verzeichnen gibt. Dann ist er vorgewarnt, auch an eine mögliche COPD-Erkrankung zu denken. Zur Diagnose einer COPD dient eine einfache Lungenfunktionsprüfung, die immer durchgeführt werden sollte, wenn Patienten über Atembeschwerden wie chronischer Husten mit oder ohne vermehrte Schleimbildung und Atemnot klagen. Allerdings gibt es auch Patienten, die Fragen nach solchen Beschwerden oder nach einer eingeschränkten Belastbarkeit – wie z.B. Luftnot beim Treppensteigen – verneinen.

Das kann daran liegen, dass sie sich bewusst oder unbewusst auf solche Aktivitäten beschränken, die tatsächlich keine Beschwerden verursachen – dass sie also Situationen mit körperlicher Belastung schlichtweg meiden. Hier kann ein Belastungstest z.B. auf dem Fahrradergometer Aufschluss geben. Da COPD eine fortschreitende, systemische Erkrankung darstellt, ist es besonders wichtig, sie so früh wie möglich zu erkennen und dann entsprechend zu behandeln. Denn nur eine frühzeitige Therapie, zu der neben der Meidung von Tabakrauch und anderen Luftschadstoffen auch Lungensport und - je nach COPD-Schweregrad - verschiedene Medikamente gehören, kann das Fortschreiten der chronischen Erkrankung abbremsen und eine Verschlimmerung der Atembeschwerden verhindern.“



Organspende: Widerspruchslösung kaum Thema im Gesundheitsausschuss

 

Berlin – Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages in Berlin hat am Mittwoch Experten angehört zum Thema, wie das Transplantationsgesetz in der Frage der Organspende novelliert werden soll. Es wird erwogen, die derzeit geltende erweiterte Zustimmung zur postmortalen Organspende zu ändern, um mehr Menschen zur Abgabe einer Erklärung zu motivieren und damit auch die Zahl der Organspenden zu erhöhen. 

Bei der erweiterten Zustimmungslösung werden im Fall einer potenziellen Organspende und einem nicht vom Verstorbenen dokumentierten Willen die Angehörigen gefragt, ob sie einer Organspende zustimmen. Um sie von dieser schwierigen Entscheidung zu entlasten, stehen die Widerspruchslösung und mehrere Varianten einer Selbstbestimmungs- oder Erklärungslösung zur Diskussion. 

Dabei wird jeder Bürger nach einer strukturierten Information um eine Erklärung zur Frage der Organspende gebeten – angelehnt an einen Vorschlag des Deutschen Ethikrates aus dem Jahr 2007. Wie verfahren werden könnte, wenn keine Erklärung abgegeben wird, ist noch wenig konkretisiert. 

Auch der 114. Deutsche Ärztetag hatte sich im Mai dieses Jahres für eine Informations- und Selbstbestimmungslösung ausgesprochen.

„Es ist unser Ziel, die Zahl der Organspenden zu erhöhen, indem wir mit einer Neuregelung vor allem jene Menschen erreichen, die eine klare Meinung über die Frage der Organspende haben, ohne dass diese Meinung dokumentiert ist“, sagte die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses Carola Reimann (SPD) im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt. 

„Eine Neuregelung sollte also vor allem die Angehörigen entlasten, die in einer emotional sehr belastenden Situation häufig über die Frage einer Organspende entscheiden müssen.“

Die reine Widerspruchslösung, bei der Organe entnommen werden dürfen, wenn ein potenzieller Spender nicht zu Lebzeiten widersprochen hat, wurde bei der Anhörung kaum thematisiert. Gleichwohl könne es auch Anträge zu einer Gesetzesänderung für eine Widerspruchslösung geben, sagte Reimann. 
„Wir haben für diese ethischen Fragestellungen zur Novellierung des Transplantationsgesetzes bewusst das Prozedere des Gesetzgebungsverfahrens geändert“, sagte Reimann. Anders als sonst habe man zuerst die Experten anhören wollen, bevor Anträge formuliert werden. 

Bessere Informationspolitik angemahnt
Nahezu einhellig wurde von den Experten eine nachhaltigere und bessere Information der Bevölkerung angemahnt. „Das derzeit geltende Transplantationsgesetz sieht zwar eine Informationspflicht zum Beispiel durch die Krankenkassen vor, sie wird aber nur unzureichend umgesetzt“, sagte Eckhard Nagel (Klinikum Augsburg) Mitglied des Deutschen Ethikrats

„Wir können derzeit von einer selbstbestimmten, informierten Entscheidung nicht allgemein ausgehen“. In diesem Punkt seien Konkretisierungen der Aufgabenverteilung der Institutionen bei der Information der allgemeinen Öffentlichkeit notwendig.

„Eine reine Widerspruchlösung oder eine mit Sanktionen belegte Erklärungspflicht hielte vermutlich einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht nicht stand“, sagte der Verfassungsrechtler und ehemalige Bundesjustizminister Edzard Schmitz-Jortzig. 

„Das Bundesverfassungsgericht schützt mit dem informationellen Selbstbestimmungsrecht der Bürger auch einen letzten persönlichen Bereich der Bürger, in dem sie zu einer Offenbarung nicht gezwungen werden können.“ Eine Entscheidungslösung, die diese Möglichkeit anbiete, halte er jedoch für verfassungskonform.

Von Vorschlägen, den Willen der Bürger zur Frage der postmortalen Organspende in Dokumenten wie dem Personalausweis oder Führerschein zu dokumentieren, rieten die Experten ab. 

„Einwohnermeldeamt oder Führerscheinstelle sind als Ort, eine Erklärung zur Frage der Organspende abzugeben oder diese zu verändern, völlig ungeeignet“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) Frank Ulrich Montgomery. „Für die Dokumentation eignet sich die elektronische Gesundheitskarte, wenn es sie denn geben sollte. 

„Bei jedem Arztbesuch kann der Versicherte seinen Willen unbürokratisch aktualisieren“, so Montgomery. Ärzte seien für dieses Thema die richtigen Ansprechpartner. Es sei geplant, dass Ärzte stärker in die Aufklärung der Öffentlichkeit zum Beispiel an Schulen einbezogen werden.

Zu der im Vorfeld wieder aufgeflackerten Debatte, ob der Hirntod ein sicheres Todeszeichen sei, gibt es nach Auffassung der BÄK keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die dies infrage stellten. „Wir müssen Zweifel in der Bevölkerung und auch in Teilen der Ärzteschaft ernst nehmen. Aber eine aktuelle Umfrage unter allen deutschen Fachgesellschaften, die in diese Frage involviert sind, hat ergeben: Es gibt keine neuen Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft, die Zweifel am Hirntodkonzept rechtfertigen würden“, sagte der Münchener Neurologe Heinz Angstwurm. 

Das Ergebnis der Anhörung wird nun in den Fachausschüssen der Fraktionen und in fraktionsübergreifenden Gesprächen weiterberaten, sagte Reimann. Vermutlich werde es zwei bis drei fraktionsübergreifende Gruppenanträge geben. Ob eine Gesetzesänderung der Zustimmung des Bundesrates bedürfe, hänge vom Umfang ab, das sei noch unklar.

Die Novellierung werde gemeinsam mit den organisatorisch-technischen Änderungen im Rahmen der Umsetzung der EU-Richtlinie über Qualitäts- und Sicherheitsstandards für zur Transplantation bestimmte menschliche Organe erfolgen. Den Zeitrahmen, das Gesetzesänderungen bis zum Ende des Jahres abschließen zu können, halte sie allerdings für optimistisch.

 

Gesundheitsminister: Einstimmig für die Erklärungslösung
Die Gesundheitsminister der Länder einigten sich am Donnertag die sogenannte Erklärungslösung: Jeder Bürger solle sich einmal im Leben entscheiden müssen, ob er im Todesfall zur Organspende bereit ist oder nicht oder auch dazu keine Festlegung treffen will. 

Der Konferenzvorsitzende und hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) nannte die derzeitige Rechtslage bei der Organspende nicht befriedigend. Viel zu viele Patienten warteten zu lange auf ein Spenderorgan, und es gebe unnötige Todesfälle wegen der langen Wartezeit. 

Umfragen zufolge seien viel mehr Menschen bereit, im Todesfall ein Organ zu spenden, als tatsächlich einen Spenderausweis hätten. Mit dem Votum für die sogenannte Erklärungslösung hätten die Minister jetzt ein klares Signal ausgesendet, dass sich hier etwas ändern müsse.

Grüttner selbst und seine Ministerkollegen aus Bayern, Sachsen-Anhalt und dem Saarland wollten in dieser Frage eigentlich noch einen Schritt weiter gehen. In einer Protokollnotiz sprachen sie sich für die sogenannte erweiterte Widerspruchslösung aus. Grüttner betonte aber, im Interesse einer gemeinsamen Lösung hätten er und seine drei Amtskollegen letztlich doch für die Erklärungslösung gestimmt.

Diese unterstützte ausdrücklich auch die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer für die SPD-regierten Länder. Es sei jedem Menschen zuzumuten, sich einmal im Leben zu dieser Frage zu entscheiden. Das entspreche sowohl dem Schutz der Persönlichkeitsrechte als auch der Verantwortung. © nsi/aerzteblatt.de

 

Neuer Ansatz für Pankreas- und Lungenkrebstherapie entdeckt

Neuer Ansatz für Pankreas- und Lungenkrebstherapie entdeckt

Dallas – Das Enzym TBK-1 unterstützt das Überleben und das Wachstum von Krebszellen in nicht kleinzelligen Lungentumoren sowie in Pankreastumoren. Forscher um Michael White vom UT Southwestern Medical Center haben nun eine chemische Zusammensetzung identifiziert, die zu einem Medikament führen könnte, das diese Krebserkrankungen angreift. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Molecular Cell (doi:10.1016/j.molcel.2011.01.019).

Das Enzym TBK-1 wird von speziellen Onkogenen aktiviert, die bei 40 Prozent der Lungenkrebsarten und bei 90 Prozent der Bauchspeicheldrüsenkrebse in mutierter Form vorliegen. 

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie mehr als 250.000 Zusammensetzungen, um diejenige zu selektieren, die TBK-1 hemmen könnte. So entdeckten sie das sogenannte 6-Aminopyrazolopyrimidin, das das Wachstum bei etwa 40 bis 50 Prozent von nicht kleinzelligem Lungentumoren und bei Pankreaskrebs in Zellkulturen reduzieren konnte. 

Ihre Studie bezieht sich auf einen Zeitraum von etwa drei Jahren und zeigte auch, wie die Aktivierung des Proteins TBK-1 zum Überleben und Anwachsen von Krebszellen führt.

 

Die Forscher um White prüfen derzeit die Wirksamkeit der Zusammensetzung bei der Therapie von Tumoren bei Mäusen. 

Wenn das Mittel bei diesen erfolgreich sein sollte, planen die Wissenschaftler ein Medikament zu entwickeln, um den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs und Pankreaskrebs zu behandeln. Bei beiden Krebstypen sei TBK-1 für das Krebszellüberleben nötig. 

Die Wissenschaftler sind der Überzeugung, dass TBK-1 ein gutes pharmakologisches Ziel für diese besondere Untergruppe von Lungentumoren oder für Pankreaskrebs darstellt. Eine große Menge von Krebspatienten könnte auf diese Therapieart ansprechen und von ihr profitieren, hoffen die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

COPD: Steroidtherapie begünstigt Gürtelrose

 

COPD: Steroidtherapie begünstigt Gürtelrose

Taipei – Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) entwickeln häufiger einen Herpes zoster. Das Risiko steigt einer Fall-Kontroll-Studie im Canadian Medical Association Journal (CMAJ 10.1503/cmaj.101137) zufolge, wenn die Patienten mit inhalativen oder oralen Steroiden behandelt werden.

Zur Gürtelrose kommt es durch die Reaktivierung einer zumeist im Kindesalter als Windpocken erworbenen lebenslangen Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus. Eine Abwehrschwäche im höheren Lebensalter (Immunseneszenz) oder als Folge von Erkrankungen (Malignom, HIV-Infektion, Diabetes), aber auch Autoimmunerkrankungen (rheumatoide Arthritis) erhöhen das Risiko.

Die COPD wurde bisher nicht zu den Risikofaktoren gezählt. Forscher sehen jedoch eine gewisse Verwandtschaft der COPD zu Autoimmunerkrankungen, und die Behandlung mit Steroiden könnte ebenfalls das Risiko erhöhen. Diese Vermutung wird durch eine Analyse von Versichertendaten aus Taiwan bestätigt.

Die Gruppe um Hui-Wen Lin von der Taipei Medical University hat die Daten von 8.486 COPD-Patienten ausgewertet. Es stellte sich heraus, dass die Häufigkeit von Zoster-Erkrankungen um 67 Prozent höher war als in einer Vergleichsgruppe von 33.944 Versicherten ohne COPD. Diese Assoziation bestand bereits, wenn die Patienten nicht mit Steroiden behandelt wurden.

Patienten, die inhalative Steroide anwendeten, erkrankten doppelt so häufig an einem Zoster (Hazard Ratio 2,09; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,38-3,16). Bei der Behandlung mit oralen Steroiden war das Risiko sogar verdreifacht (Hazard Ratio 3,00; 2,40-3,75). Da die Steroide vor allem bei schweren Verläufen eingesetzt werden, hält es Lin für möglich, dass ein Teil des erhöhten Risikos auf die COPD und nicht auf die Steroide zurückzuführen ist. © rme/aerzteblatt.de

Organspende: Neue Beatmungstechnik verdoppelt Zahl der Transplantatlungen

Zerstörtes Lungengewebe künftig heilbar?

Organspende: Neue Beatmungstechnik verdoppelt Zahl der Transplantatlungen

 

Turin – Eine neue protektive Form der Beatmung könnte bei Hirntoten die Zahl der verfüg­baren Lungen für Organ­transplantationen verdoppeln. Dies geht aus einer randomi­sierten Studie im US-ameri­kanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 304: 2620-2627) hervor.

Eine Organentnahme nach Herzstillstand ist nach einer weiteren Publikation nicht in der Lage, die Engpässe an Spenderorganen deutlich zu verringern.

Die steigende Zahl der Lungentransplantationen hat dazu geführt, dass auch bei diesen Organen Engpässe bestehen. Sie ergeben sich auch aus einer Beschädigung der Lungen durch die Beatmung, die nach der Feststellung des Hirntods bis zur Entnahme der Organe notwendig ist.

Die bisherige Beatmungstechnik kann auch gesunde Lungen schädigen, so dass derzeit nur etwa 15 bis 20 Prozent aller verfügbaren Lungen tatsächlich für eine Transplantation geeignet sind. Diese Zahl könnte durch ein neues Beatmungsprotokoll gesteigert werden, dass die Gruppe um Marco Ranieri von der Universität Turin an 12 Zentren in Italien und Spanien mit der derzeit üblichen Beatmung verglichen hat.

Die neue protektive Beatmung senkt einmal das Tidalvolumen. Das ist die Luftmenge, die dem Patienten bei einer maschinellen Beatmung mit einem Atemzug zugeführt wird. Sie erhöht des weiteren den positiven end-exspiratorischen Druck und versucht die Lunge auch während des für die Hirntoddiagnostik notwendigen Apnoe-Tests mit Luft gefüllt zu halten.

Die Ergebnisse der Studie waren, obwohl diese aufgrund finanzieller Probleme vorzeitig beendet werden musste, überzeugend: Die Zahl der Hirntoten, die die Kriterien für eine Entnahme der Lungen erfüllten, wurde ebenso verdoppelt wie die Zahl der tatsächlich entnommenen Organe.

Die neue protektive Beatmung könnte die Warteliste für Lungentransplantationen deutlich verkürzen, meint der Editorialist Mark Roberts von der Universität Pittsburgh (JAMA 2010; 304: 2643-2644). Für alle anderen Organtransplantationen bleibt es beim bisherigen Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

Die gelegentlich in die Diskussion eingebrachte Idee, einen Herzstillstand als Kriterium für die Organentnahme zu akzeptieren, trifft nicht nur auf erhebliche ethische Bedenken in der Bevölkerung und bei der Ärzteschaft.

Sie würde nach Berechnungen von Scott Halpern von der Universität Philadelphia auch die Zahl der verfügbaren Organe nicht merklich erhöhen (JAMA 2010; 304: 2592–2594). Der Grund ist die geringe Zahl der Patienten mit einem vorhersehbaren Herzstillstand und die nach dem Kreislaufstillstand rasch verminderte Organqualität.

Halpern errechnet, dass die Zahl der verfügbaren Organe lediglich um 10 Prozent gesteigert werden könnte, wobei er nach Ansicht des Editorialisten noch von günstigen Annahmen ausgegangen ist. Unberücksichtigt bleiben ferner die negativen Auswirkungen, welche die Einführung eines “Non heart-beating donor”-Kriteriums auf die grundsätzliche Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung haben könnte.

 

 

 

http://jama.ama-assn.org/content/304/23/2620.short |Abstract der Studie

http://pubs.ama-assn.org/media/2010j/1214.dtl#2 |Pressemitteilung von JAMA © rme/aerzteblatt.de

Klimawandel hat zunehmend negative Folgen für die Gesundheit

Bonn – Der Klimawandel hat aktuellen Studien zufolge zunehmende negative Auswirkungen auf die Gesundheit. „Der Klimawandel trägt zu einem immer häufigeren Auftreten von Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürreperioden bei, was zu einer zusätzlichen Belastung der Gesundheitssysteme und Gesellschaften führt“, erklärte der Koordinator für Umwelt und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Europa, Srdan Matic, am Montag auf einer zweitägigen Fachkonferenz in Bonn. In den vergangenen 20 Jahren seien in Europa 112.000 Todefälle aufgrund von Naturkatastrophen gemeldet worden.

Auch der diesjährige Sommer sei sehr extrem gewesen, erklärte der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Paul Becker. „Stürme, Überflutungen und Hitze bleiben häufig nicht ohne Folgen für die Gesundheit“, fügte er hinzu. Umwelt-Staatssekretär Jürgen Becker erklärte, Vorsorge und eine schnelle Anpassung an veränderte Bedingungen seien nötig und auch möglich.

Als weitere Beispiele für Wetterextreme in Deutschland nannte das Bundesumweltministerium das Sturmtief "Daisy" im vergangenen Januar, als weite Gebiete in Norddeutschland im Schneechaos versanken, das Orkantief "Xynthia" nur wenige Wochen später sowie im Anschluss an die Dürre- und Hitzeperiode im Frühsommer auch die ausgeprägten Regenfälle im August, die lokal zu schweren Überflutungen führten. Das Ministerium erinnerte auch an die Probleme mit überlasteten Klimaanlagen in ICE-Zügen. © afp/aerzteblatt.de

Fortschritt für die Therapie der zystischen Fibrose

Birmingham – Ein neues Medikament namens VX-770 kann das Protein, das ursächlich an zystischer Fibrose (CF) beteiligt ist, verändern und damit die Lungenfunktion der Betroffenen verbessern. Dieses Medikament wäre eines der ersten, das die Ursache der zystischen Fibrose beeinflusst.

Diese Entdeckungen machten Wissenschaftler um Steven Rowe von der University of Alabama in Birmingham. Sie publizierten ihre Ergebnisse im New England Journal of Medicine (2010; 363:1991-2003).

CF ist eine genetische Krankheit, die ungefähr 30.000 Menschen in den Vereinigten Staaten und 70.000 Menschen weltweit betrifft. Sie wird durch eine genetische Mutation verursacht. Lebensbedrohliche Lungeninfektionen führen letztendlich in den meisten Fällen zum Tod.

 

Die Forscher untersuchten in ihrer Studie zunächst 39 Patienten mit CF, die eine spezifische Veränderung in dem CF-Gen aufwiesen. Verglichen mit einer Placebogruppe zeigte sich, dass VX-770 eine ähnliche Sicherheit und Verträglichkeit wie das Placebomittel aufwies.

Die Patienten, die VX-770 über einen Zeitraum von 28 Tagen einnahmen, zeigten Verbesserungen bei mehreren typischen Symptomen der CF, wie der Lungenfunktion. „Patienten mit CF haben ein defektes Protein in den Chlorid-Kanälen in Lungenzellen, das dazu führt, dass starke Infektionen in der Lunge auftreten können“, sagte Rowe.

Die Studiendaten wiesen darauf hin, dass das Medikament VX-770 die Funktion des defekten Proteins verbessern könne, erklärte der Wissenschaftler. „Wir werden durch die Daten unserer Studie ermutigt und sehen sie als einen Meilenstein in unseren Anstrengungen, neue Behandlungsoptionen für diese Krankheit zu entdecken und zu entwickeln“, kommentiert der Co-Autor der Studie Robert Beall. © rme/aerzteblatt.de

Polen erlässt umfassendes Rauchverbot

  • Warschau – Nach vielen anderen EU-Ländern hat auch Polen ein umfassendes Rauchverbot erlassen. Seit Montag ist den Polen das Qualmen in Restaurants, Bars, Hotels und am Arbeitsplatz nur noch erlaubt, wenn es dafür eigene und ausreichend belüftete Räume gibt.

    Vollkommen verboten sind Tabakwaren in Krankenhäusern, Schulen, Theatern, bei Sportveranstaltungen, auf Spielplätzen sowie in Bahnhöfen und an Bushaltestellen. Raucher, die dagegen verstoßen, müssen mit einer Strafe von umgerechnet 125 Euro rechnen. Besitzern von Gaststätten und anderen Einrichtungen, die das Verbot nicht durchsetzen, droht ein Bußgeld von rund 500 Euro. In Polen rauchen rund 34 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen. © afp/aerzteblatt.de

Raucherlunge meist viel zu spät erkannt

Zu den am meisten unterschätzten Epidemien gehört die Lungenkrankheit COPD. Das auch als "Raucherlunge" bekannte Atemwegsleiden wird weltweit bei drei von vier Erkrankten nicht erkannt. Selbst in Europa erhalten die Patienten teils kaum die nötige Behandlung. Davor warnt das European Health Forum Gastein http://www.ehfg.org. "Die Politik verkennt die Dimension von COPD. Wenn sie die Krankheit nicht auf die Agenda setzt und Diagnose und Aufklärung verbessert, wird sie für das Gesundheitssystem bald unfinanzierbar", sagt Otto Spranger, Sprecher der Lungenunion http://www.lungenunion.at, im pressetext-Interview.

Europa hat 44 Millionen Raucherlungen

Chronische Atemwegserkrankungen rangieren unter allen Krankheiten in Europa bereits auf Platz zwei, was Sterblichkeit und Häufigkeit betrifft. Auch die direkten und indirekten Gesundheitskosten belaufen sich alleine in Europa bereits auf 102 Mrd. Euro pro Jahr. Die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (COPD) nimmt dabei den Elefantenanteil ein. Die weltweit vierthäufigste Todesursache der Welt verzeichnet in Europa 44 Mio. Erkrankte und kostet jährlich 50 Mrd. Euro - mit steigender Tendenz. Da die meisten Patienten noch im arbeitsfähigen Alter sind, kommt dazu noch ein Produktivitätsverlust von 28,5 Mrd. Euro.

Trotz dieser immensen Belastung scheint es, als ignoriere die Politik die Krankheit. Laut WHO-Zahlen werden weltweit 75 Prozent der Patienten nicht oder erst im sehr späten Stadium diagnostiziert. Ohne rechtzeitiger Behandlung führt COPD unweigerlich zu Atemnot und schwerer Beeinträchtigung der Lebensqualität (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090908003//). Die Schäden sind nicht reparabel. Je früher die Diagnose und Behandlung erfolgt, desto besser sind auch die Aussichten für den Patienten und umso eher können psychische, physische und finanzielle Belastungen in Schach gehalten werden.

Kampagnen und Diagnosen fehlen

Im Argen liegt für Spranger vor allem das Problembewusstsein der Risikogruppen. 80 Prozent handeln sich COPD durch Rauchen ein, der Rest durch Gase und Staub im Beruf oder auch durch Passivrauch. "Raucher sehen frühe Symptome wie das morgendliche Husten, Auswurf oder Atemnot als normal und meiden den Arzt, da sie wissen, dass er ihnen Rauchverzicht empfehlen wird", so der Experte. Viele werden dadurch viel zu spät diagnostiziert, haben mit höherer Belastung im Alltag zu kämpfen und brauchen ungleich mehr Therapie. "Wir brauchen dringend Kampagnen für eine bessere Wahrnehmung von COPD", fordert Spranger.

Auch die Diagnose von COPD funktioniert nicht, wie sie sollte. Die Hausärzte sind kaum dazu fähig, die Krankheit festzustellen und an Spezialisten weiterzuverweisen. "Teils bezahlen die Krankenkassen die nötige Lungenfunktionsmessung nicht, teils gibt es Deckelungen, aufgrund derer ein Arzt nur einen geringen Anteil der Patienten überprüfen darf. Ideal wäre, den Test in die Vorsorgeuntersuchung zu integrieren", so der Lungenunion-Sprecher. Doch auch in der Forschung und bei der Behandlung der diagnostizierten Patienten gibt es große Lücken, etwa im stationären Bereich und in der Rehabilitation.

Politik verschließt die Augen

Dass die Patientenzahlen von COPD und die Behandlungskosten derart explodieren, sieht Spranger in engem Zusammenhang mit dem Rauchverhalten. "Vor 40 Jahren lag das Einstiegsalter bei Frauen bei über 26 Jahren. Heute rauchen in Österreich 50 Prozent der 15-Jährigen. Frührente und Invalidität ist somit bei vielen heute schon vorprogrammiert." Der Experte sieht nur zwei Möglichkeiten, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken - ein höherer Zigarettenpreis und weitere Einschränkungen der Rauchmöglichkeiten. "Offensichtlich weigert sich die Politik jedoch, klar Stellung zu beziehen."

Quelle: pressetext.austria

Aktives Singen kann Lebensqualität von COPD-Patienten steigern

 

Neben Medikamenten, Rehabilitation und Lungensport kann auch die Teilnahme an einer Gesangsgruppe die Lebensqualität von Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen wie der chronisch-obstruktiven Raucherbronchitis (COPD) verbessern. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne hin. „Richtiges Singen zu erlernen, erfordert eine gute Kontrolle über die eigene Atmung und Körperhaltung", erläutert Dr. Konrad Schultz, Medizinischer Direktor der Klinik Bad Reichenhall der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd und Experte für pneumologische Rehabilitation. „Wie eine aktuelle, wissenschaftliche („randomisierte") Studie aus England (siehe BMC Pulmonary Medicine 2010, Band 10, Seite 41) zeigt, kann Singen zwar nicht direkt die Lungenfunktion der Patienten verbessern. Zum Beispiel scheint es sich nicht auf die Anzahl und Dauer einzelner Atemzüge oder die körperliche Belastbarkeit (gemessen an der Geschwindigkeit, mit der Patienten eine bestimmte Gehstrecke zurücklegen) auszuwirken. Dafür berichten Patienten, die an Gesang-Workshops teilnehmen, von einer deutlichen Steigerung ihrer Lebensqualität. Insbesondere vermag das Singen einen Großteil der Ängste zu nehmen, unter denen viele Patienten aufgrund ihrer krankheitsbedingten Atemnot leiden. 96 Prozent der Patienten berichten, dass ihnen das Singen große Freude bereitet. 98 Prozent geben an, eine neue Atemtechnik erlernt zu haben. Und 81 Prozent empfinden nach dem Singen auch physisch einen deutlichen Unterschied. Diese Interviewergebnisse bestätigten sich in der Studie auch bei der statistischen Auswertung von wissenschaftlich entwickelten Fragebögen, die in der Gesangsgruppe deutlich positiver ausfielen als in der „Kontrollgruppe". Insgesamt scheint das Singen für COPD-Patienten positive psychische und physische Effekte zu haben, die zudem frei von unerwünschten Nebenwirkungen ist."

Lungenpatienten sollen palliativmedizinisch besser versorgt werden

Deutschlands Lungenärzte wollen sich dafür einsetzen, dass Patienten mit schweren, unheilbaren Lungenleiden wie Lungenkrebs oder einer fortgeschrittenen -obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) palliativmedizinisch besser versorgt werden. Auch in der pneumologischen Intensivmedizin soll die Palliativmedizin fester Bestandteil werden. Die damit verbundenen Aufgaben sind dringend, da in den nächsten Jahrzehnten eine immens anwachsende Zahl von Lungenpatienten zu erwarten ist. Dies wurde anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), das am 6.10.10 im Berliner Langenbeck-Virchow-Haus gefeiert wurde, bekannt gegeben. „Angesichts der Altersstruktur unserer Bevölkerung steigt mit dem Älterwerden der Gesellschaft auch die Zahl der hochbetagten Patienten, die eine lebensbedrohliche Atmungsschwäche (respiratorische Insuffizienz) entwickeln und intensivmedizinisch behandelt werden müssen", erläutert Prof. Helgo Magnussen vom wissenschaftlichen Beirat der DGP, ehemaliger Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Großhansdorf, Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft pneumologische Palliativmedizin in der DGP. „Selbst wenn auf der Intensivstation der Erhalt des Lebens vordergründiges Ziel ist, sterben dort im Vergleich zu anderen Klinikabteilungen dennoch die meisten Menschen. Daher muss gerade auch auf den Intensivstationen der Betreuung in der Sterbephase ein größerer Stellenwert eingeräumt werden. Hier können wir durch Kooperation mit den Palliativmedizinern die Versorgung unserer Patienten verbessern."

Spezielle Betreuung für die letzte Lebensphase anbieten
Im Hinblick auf den schweren Verlauf und die schlechte Prognose vieler Lungenerkrankungen, ist es wichtig, den betroffenen Patienten nicht nur eine adäquate lungenfachärztliche Therapie, sondern auch eine spezielle Betreuung für die letzte Lebensphase anzubieten. „Unabhängig davon, ob ein Patient eine Überlebensaussicht von nur einem Monat oder einem Jahr hat, gilt es, seine Beschwerden zu lindern und seine Lebensqualität so weit wie möglich zu erhalten bzw. zu verbessern", betont Prof. Michael Thomas, Leiter der Abteilung "Internistische Onkologie der Thoraxtumoren" der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg. Viele Patienten mit einer fortgeschrittenen, bösartigen oder nicht bösartigen Lungenerkrankung haben Angst vor dem Ersticken, andere leiden unter Schmerzen und Depressionen. „Zur Linderung der Atemnot und gegen Schmerzen stehen uns Medikamente zu Verfügung. In vielen Fällen von respiratorischer Insuffizienz können wir auch mit einer nicht-invasiven Beatmung helfen", erklärt Dr. Bernd Schucher, Oberarzt am Krankenhaus Großhansdorf. Die nicht-invasive Beatmung stellt eine wenig eingreifende Form der Positivdruckbeatmung dar, die von Pneumologen entwickelt wurde. „Neben der Linderung der körperlichen Symptome spielt besonders auch die seelische Unterstützung der Patienten und ihrer Familien eine große Rolle in der Palliativmedizin. Insgesamt müssen palliativmedizinische Methoden - von denen einige bereits evidenz-basiert sind - noch stärker in die Behandlung der Patienten integriert werden", fasst Dr. Claudia Bausewein aus dem King's College der Universität von London zusammen.

 

Quelle:Lungenärzte im Netz

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